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Leere

"Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne."

 Die Wahrheit in diesem Satz spürte ich. Brennender Ehrgeiz und Lob beflügelten mich. Als ich gestern nach meinem ersten Schultag zurück kehrte, schlief ich prompt für Stunden ein. Dennoch war es eine glückliche Erschöpfung, vermischt mit wenigen Ängsten. Durch das Gefühl, etwas geschafft zu haben, gewann sie jene positive Note.

Beinahe besser noch verlief dieser Vormittag. Wie der Schulbesuch von meiner Kraft zehrt, spüre ich nun innerlich, nicht körperlich. Ich bin leer. Mein Körper ist nicht zum Einschlafen zu bewegen. Zugleich kann mein Geist nichts verarbeiten. Bilder, Texte ziehen an mir vorüber und vermögen nicht, mein Interesse zu wecken. Teilnahmslosigkeit dominiert mich. Sehr entfernt, unbestimmt meine ich Einsamkeit wahrzunehmen. Melancholie, Trauer. Kein Gefühl setzt sich durch, jedes klingt leise an. 

Ihm habe ich nichts von diesen Eindrücken erzählt. Er soll mich endlich als ausgeglichen, gelöst erleben. Dahinter steckt natürlich die Überzeugung, nur dann könne er mich lieben. 

Immer wieder denke ich darüber nach, ob meine Empfindung für ihn Liebe heißt. Dieser Abend ist kein Tag für derlei Gedanken. Fast wünsche ich mir heftige Gefühle. Gegen die habe ich zu kämpfen gelernt. Jetzt bin ich gelähmt. 

 

20.8.10 19:42


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Eine neue Nacht, ein neuer Traum. Er stammt aus der Zeit, in der meine Schwestern, meine Mutter und ich bei unseren Großeltern lebten. Ich komme von der Schule zurück, meine Schwester empfängt mich mit weit aufgerissenen Augen im Flur. Mama ist tot.

Ich stürze ins Wohnzimmer. Hinter dem Tisch liegt sie, sehr bleich, mit eingefallenen Wangen, im Sterben. Riesige Augen. Vor ihr kniend halte ich ihre Hände, beuge mich zu ihr herab. Flüstere ihr zu, dass ich sie liebe. Wispere, Vergangenheit sei Vergangenheit. Beteuere, dass sie nichts dafür konnte. Sie spüre Widersprüche, erwidert sie. Ich gestehe meine Schwierigkeit, zu verzeihen.

Später gleitet der Traum ins Surrealistische ab. Meine Mutter schrumpft auf Daumennagelgröße, liegt in einer winzigen Wanne. Panisch renne ich mit ihr durchs Haus, um ihr zu helfen. Schließlich bette ich sie in einen Pflanzentopf. Dort verschmilzt sie mit der Pflanze, die ebenfalls halb verdorrt ist, beinahe tot. Am Ende rette ich die Pflanze.

Deuten kann ich meine Träume leicht. So verworren sie oberflächlich erscheinen- für mich sind sie logisch. Würden sie nur aufhören...

9.8.10 10:39


Besser. Jetzt bin ich unbeschwerter. Beschwert. Unbeschwert. Verwirrt. Auf und ab. Argh.
8.8.10 17:19


Gedankenmatsch.

Es geht mir nicht gut und ich weiß nicht wohin damit. Wohin mit dem übermächtigen, irrationalen Schuldgefühl. Der Traurigkeit, die mich übermannt. Den Träumen, in denen ich wieder und wieder mit meiner Mutter und manchmal meinen Schwestern konfrontiert werde. In denen Gott präsent ist, die Lichtgestalt, die auf mich düster wirkt. Die vollkommene Kontrolle über jeden in Traum hat. Gegen den ich aufbegehre, gegen dessen Lehren ich anschreie, sobald leer lächelnde Münder sie aussprechen. Das Gefühl der absoluten Hilf-und Machtlosigkeit. Meine Mutter, die auf mich zukommt, vorschlägt, zusammen Schritte zu gehen. Auf die ich zu springe, der ich alles entgegen schreie, was ich ihr noch nie gesagt habe.

Du hast alles falsch gemacht, du hast mich nicht beschützt, du hast dich nie um mich gekümmert, Gott, der Glaube, die Gemeinde- das war dir hundertmal wichtiger als ich, du hast in den ersten Jahren gemerkt, wie schlecht es mir ging und nichts getan- außer mir später vorzuwerfen, ich sei hart und kaltherzig geworden, als ich gelernt hatte, mein Inneres zu verstecken. Als ich mir vorstellte, wie ich Stein für Stein eine Ziegelmauer um mich baue, sobald meine Gefühle unerträglich wurden. Du wolltest uns verlassen ! Du warst so schwach, so SCHWACH ! Du hast mit mir darüber gesprochen, meine Schwester ins Heim zu geben ! Du hast alle Beherrschung verloren, geschrien, getobt. Mir deine Gedanken und Gefühlsausbrüche aufgeladen. Ich stand daneben, beherrschte mich, war stark. Bekam die Botschaft, als großes Mädchen solle ich meiner Mutter eine große Hilfe sein. Du hast dich nicht scheiden lassen, die Verbindung zu meinem Vater nie gekappt. Du lagst weinend in meinen Armen. Du hast allen geholfen, nur uns nicht. Mir nicht. Ich habe alles allein gemacht. Als ich sehr klein war, hast du mir Geschichten vorgelesen. Das weiß ich noch. Ich weiß, nach meinen ersten Jahren konntest du nicht anders sein, als du es warst. Du dachtest, als Frau müsstest du dich meinem Vater unterordnen. VERDAMMT ! Wenn du mich glauben machen willst, ich sei dir nicht gleichgültig gewesen- warum hast du erst nach 10 Jahren etwas unternommen ? Und selbst dann war es kein klarer Schnitt, sondern ein halbherziger. Doch ich weiß ja, dass ich dir nicht egal bin. Sonst wäre deine Stimme nicht gebrochen, als ich aus der Klinik heraus unseren Kontakt einschränkte.

Du sagst fromm, die Schuld sei dir vergeben worden. Du seist im Reinen. Aber ich bin es nicht ! Du bietest keine Angriffsfläche. Ich bin sicher, würde ich dir dies alles sagen, würden die Tränen in die Augen steigen. Du würdest sagen, dass es dir leid tut- und sofort würde das Schuldgefühl mich auffressen. Schuld, weil ich dir weh getan habe. Weil es sinnlos war. Weil ich dir nicht vergeben kann.

Es wäre gut, mit jemandem zu reden, doch mit wem... Ich halte wieder einmal keine Kontakte. Vor ihm will ich nicht schon wieder weinen. Ich könnte die Gründe nicht verständlich machen. Dass wir uns heute unterhalten, ist verabredet. Ich habe Angst, dass er wie fast immer merkt, dass etwas nicht stimmt. Mich, in Tränen, hasse ich. Verachte, verabscheue ich. Will (m)ich vernichten.

Diese Gestalt, zu der ich geworden bin, kenne ich nicht mehr. 

Meine Stimmungsumschwünge überfordern mich. Allein heute Hoffnung, Hoffnungslosigkeit. Gelassenheit, Todessehnsucht. Zufriedenheit, Verzweiflung. Angst, Trauer, Wut. Sehnsucht. Schmerz. Glück, wenn ich an ihn denke. Überforderung. Haltlosigkeit, Einsamkeit. Freude, Zuversicht.

Ich kann nicht mehr.

8.8.10 16:52


Freitag muss ich ausgehen. Raus. Eine Nacht alles vergessen, trinken, mich zur Musik wiegen. Ich sollte mir Begleitung organisieren, um Dummheiten zu vermeiden. Gehe ich alternativ allein ?

Still hier zu hocken halte ich nicht mehr lang aus. Mir ist nach Schreien zumute, weinen, lachen, loslassen. Traurigkeit schnürt mir die Kehle zu. Ich will nicht mehr denken. Mir drängt sich die Idee auf, mit dem Kopf solange gegen die Wand zu schlagen, bis ich aufhöre. 

13.7.10 22:34


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