Fly away & find happiness
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JAAA !

*brülll*

*tanz*

*sing*

*hüpf*

Es klappt, ich ziehe in die gewünschte Wg ! Rief ihn gleich an, um ihm alles haarklein zu berichten und danke zu sagen...

 

19.5.10 15:06


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Erwachen

Mit ihm zu sprechen, tat gut.

Ihm konnte ich mich doch ein wenig öffnen und Ängste mit ihm teilen. Das hat mich ruhiger gemacht. Er ist da. Er bleibt. 

Dieser Morgen ist okay. Die Nacht brachte Dunkelheit und vertraute Alpträume, doch die Erinnerung daran verflog unter milden Sonnenstrahlen. Für heftige Emotionen bin ich zu ausgelaugt. Das erlaubt mir, still vor mich hin zu leben. Bis zum Abend wird kaum ein Mensch mit mir Kontakt aufnehmen, mit Ausnahme von ihm. Das ist in Ordnung, ihn habe ich in meine kleine Welt integriert. Jetzt sehe ich dem Licht zu, wie es weich durch mein weinrotes Rollo fällt. Schummriges Licht ist es, das mit meiner gedämpften Stimmung harmoniert. Es ist wie beim Erwachen nach tiefem Schlaf. Man wird sich seiner selbst und der Umgebung vage bewusst, wenngleich alle Konturen unscharf und Geräusche und Gedanken erstickt und umnebelt sind.

 

18.5.10 11:20


Nachricht aus dem Bunker

Bisher hat er nicht angerufen. Wir leben unsere Sexualität seltener aus. Ich habe ihm so viel und nichts zu sagen. Angst vor seiner Reaktion auf offene Worte, auf das, was mich bewegt. Furcht vor Unverständnis und Ungeduld. Sorge, ihm gegenüber meine Fassade zu perfektionieren. Eine sinnentleerte Beziehung zu führen, voller Belanglosigkeiten. Angst vor Tiefe und Missverständnissen. Ich will nicht mehr weinen. Jedes Mal, wenn ich es vor anderen tue, verliere ich Selbstachtung. Lass mich allein, ruf nicht an, damit ich nicht schauspielern muss. Melde dich, zeig mir, dass wir uns nach wie vor nah sind. Sei bei mir, schlaf mit mir...

Gerade würde ich gegen die Leere schlafen. Warum kann ich mich nicht einfach gut fühlen, eine normale Beziehung führen. Ihm geben, was er verdient. Seine Zärtlichkeit belohnen. Mich auch ohne ständige Bestätigung geliebt fühlen. Mich nicht verrückt machen, entspannt lieben. 

Immer den Gedanken im Hinterkopf: Wer will schon jemanden wie dich.

Das ist kein hilfreicher Gedanke. Ich weiß, ich weiß. Selbstmitleid ? Ich will von niemandem Mitleid, auch von mir nicht. Ich verachte mich für diesen Gedanken, der seit Wochen wiederholt auftaucht und sticht. 

Mir ist danach, zu toben, Glas zu zerschlagen, es splittern und knirschen zu hören. Dinge kaputt zu machen, die nicht viel Wert besitzen. Stattdessen sitze ich herum und nage an den wertvollen Sachen. Nichts will ich, nicht lesen, mich in keine Fantasiewelt flüchten, nicht essen, nicht die Sonne spüren, nichts hören, nicht zur Schule gehen, nicht umziehen, nicht sprechen und vor allem nicht nachdenken. Verflucht sei diejenige, die alles Vergangene ans Tageslicht zerrt, nichts weiß, nichts versteht und mir mit gut gemeinten Sprüchen kommt.

Manchmal stelle ich mir vor, tief unter der Erde in einem Bunker zu leben, in einem riesigen Gewölbe mit unterschiedlichen Räumen, die es zu erkunden gilt. Zugriff auf Computer und Kameras zu haben, die mir die Welt zeigen. Dort möchte ich bleiben. Niemand soll sich an mich erinnern. Ob und wann ich an die Oberfläche zurückkehre, entscheide ich allein. 

17.5.10 17:43


Tausche Schmetterlinge gegen Steine

Wärme.

Endlich wieder Schmetterlinge über Steinen, getragen vom Wind.

Vielleicht sollte ich neu anfangen, nach all der Zeit. Neues Papier, neues Werkzeug, neues Design, neues Leben. Weg vom Verträumten, hin zu Härte und klaren Linien und Worten. Zu müde für so etwas, dabei könnte ich sie so gut gebrauchen, die Härte. Tausche Schmetterlinge gegen Steine. Ich will keine Angst mehr haben, nicht der Traurigkeit anheim fallen, nicht taumeln. Zu anderer Zeit wirkte ich fähig. Spielt es eine Rolle, ob es Wirkung oder Wirklichkeit wahr ?

Lurena, komm schon. Nicht die Schiene. Lass die Leistung beiseite. Verbiete dir das Wort "Versagen" . Du hast andere Probleme. - Es kommt selbst bei ihnen nur auf das Ziel an. Du bist das neue Pferd im Stall. Ich hasse die Ungleichheit. Meine Gegenspieler sind unantastbar, Funktion, keine Privatmenschen. Ihnen gegenüber ich, mit den Scherben meines Schutzpanzers zu meinen Füßen. Das ist nicht fair.

Ich sage mir, dass alles eine Geschichte ist. Kleines Mädchen wird geboren, wächst auf, erlebt und lebt, stirbt. Ich fülle die Geschichte mit Leben, habe die Feder in der Hand und kann den Schlussstrich ziehen. Unterzeichnet "Initialen".

Es ist so kompliziert geworden, durch ihn. Ihm zuliebe klammere ich mich an der langen, langen Geschichte fest, wage nicht, die Seiten der Vergangenheit zu lesen und gebe vor, in der Gegenwart zu leben. Voller Hoffnung und ganz bei ihm. Sein Mädchen.

Meine Stimmung kippt in Minuten. Was ist los, warum zittere ich innerlich, verliere den Mut ? 

Ich gehe, Schmetterlinge suchen. 

 

11.5.10 13:00


Unfreiwilliges Outing

Familie am Mittagstisch.

Ich: "In unserer Schule wird zur Zeit viel über eine Mitschülerin getratscht, die lesbisch ist."

Eingeweihte jüngere Schwester: "Aber nicht über dich, oder ? Ihr seid doch nicht zusammen ?"

Für meine fundamentalistische, christliche Mutter bricht eine Welt zusammen. Ihr älteste, mit 16 ausgezogene Tochter liebt nicht nur dämonische Fantasy-Literatur und rennt bei LARP`s in Elbengewandung herum, nein, sie scheint lesbisch zu sein. Rumms.

Lesbisch bin ich nicht, eher bi. Ich befinde mich in dem Bereich seit einem guten halben Jahr in einer Selbstfindungsphase, die ich gänzlich unverkrampft angehe, zum Ausprobieren. Meine Mutter wusste von nichts, weil mir schwante, dass sie die Sache als Familiendrama inszenieren würde. Meine Freunde und Freundinnen haben kein Problem damit. Das erklärte ich meiner Mutter alles später per Telefon. Sie ist geschockt, bringt heraus: "Ich kann dazu jetzt gar nichts sagen." Ein Unglück in ihren Augen, eine verdammenswerte Sünde, gegen die sie sich seit Jahrzenten vehement ausspricht. Ihre eigene Tochter...

Ich versuche, es mit Humor zu nehmen und lache. Sage, dass es nichts bedeuten muss und möglicherweise irgendwann feststelle, dass ich mich "in einer Phase" befand. Nichts kann sie beruhigen.

"Drama, baby, drama."

 

9.2.09 16:25


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