Fly away & find happiness
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Home G-Bookie Me, myself & I Stuff Bye-bye
Gedankenmatsch.

Es geht mir nicht gut und ich weiß nicht wohin damit. Wohin mit dem übermächtigen, irrationalen Schuldgefühl. Der Traurigkeit, die mich übermannt. Den Träumen, in denen ich wieder und wieder mit meiner Mutter und manchmal meinen Schwestern konfrontiert werde. In denen Gott präsent ist, die Lichtgestalt, die auf mich düster wirkt. Die vollkommene Kontrolle über jeden in Traum hat. Gegen den ich aufbegehre, gegen dessen Lehren ich anschreie, sobald leer lächelnde Münder sie aussprechen. Das Gefühl der absoluten Hilf-und Machtlosigkeit. Meine Mutter, die auf mich zukommt, vorschlägt, zusammen Schritte zu gehen. Auf die ich zu springe, der ich alles entgegen schreie, was ich ihr noch nie gesagt habe.

Du hast alles falsch gemacht, du hast mich nicht beschützt, du hast dich nie um mich gekümmert, Gott, der Glaube, die Gemeinde- das war dir hundertmal wichtiger als ich, du hast in den ersten Jahren gemerkt, wie schlecht es mir ging und nichts getan- außer mir später vorzuwerfen, ich sei hart und kaltherzig geworden, als ich gelernt hatte, mein Inneres zu verstecken. Als ich mir vorstellte, wie ich Stein für Stein eine Ziegelmauer um mich baue, sobald meine Gefühle unerträglich wurden. Du wolltest uns verlassen ! Du warst so schwach, so SCHWACH ! Du hast mit mir darüber gesprochen, meine Schwester ins Heim zu geben ! Du hast alle Beherrschung verloren, geschrien, getobt. Mir deine Gedanken und Gefühlsausbrüche aufgeladen. Ich stand daneben, beherrschte mich, war stark. Bekam die Botschaft, als großes Mädchen solle ich meiner Mutter eine große Hilfe sein. Du hast dich nicht scheiden lassen, die Verbindung zu meinem Vater nie gekappt. Du lagst weinend in meinen Armen. Du hast allen geholfen, nur uns nicht. Mir nicht. Ich habe alles allein gemacht. Als ich sehr klein war, hast du mir Geschichten vorgelesen. Das weiß ich noch. Ich weiß, nach meinen ersten Jahren konntest du nicht anders sein, als du es warst. Du dachtest, als Frau müsstest du dich meinem Vater unterordnen. VERDAMMT ! Wenn du mich glauben machen willst, ich sei dir nicht gleichgültig gewesen- warum hast du erst nach 10 Jahren etwas unternommen ? Und selbst dann war es kein klarer Schnitt, sondern ein halbherziger. Doch ich weiß ja, dass ich dir nicht egal bin. Sonst wäre deine Stimme nicht gebrochen, als ich aus der Klinik heraus unseren Kontakt einschränkte.

Du sagst fromm, die Schuld sei dir vergeben worden. Du seist im Reinen. Aber ich bin es nicht ! Du bietest keine Angriffsfläche. Ich bin sicher, würde ich dir dies alles sagen, würden die Tränen in die Augen steigen. Du würdest sagen, dass es dir leid tut- und sofort würde das Schuldgefühl mich auffressen. Schuld, weil ich dir weh getan habe. Weil es sinnlos war. Weil ich dir nicht vergeben kann.

Es wäre gut, mit jemandem zu reden, doch mit wem... Ich halte wieder einmal keine Kontakte. Vor ihm will ich nicht schon wieder weinen. Ich könnte die Gründe nicht verständlich machen. Dass wir uns heute unterhalten, ist verabredet. Ich habe Angst, dass er wie fast immer merkt, dass etwas nicht stimmt. Mich, in Tränen, hasse ich. Verachte, verabscheue ich. Will (m)ich vernichten.

Diese Gestalt, zu der ich geworden bin, kenne ich nicht mehr. 

Meine Stimmungsumschwünge überfordern mich. Allein heute Hoffnung, Hoffnungslosigkeit. Gelassenheit, Todessehnsucht. Zufriedenheit, Verzweiflung. Angst, Trauer, Wut. Sehnsucht. Schmerz. Glück, wenn ich an ihn denke. Überforderung. Haltlosigkeit, Einsamkeit. Freude, Zuversicht.

Ich kann nicht mehr.

8.8.10 16:52
 


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